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Landschaftswandel

Landschafts­wandel

Die Veränderungen der Landschaft in den letzten Jahrhunderten.

Landschafts­wandel Bisamberg

Die Landschaft am Bisamberg hat sich während der letzten Jahrhunderte massiv verändert. Wo ehemals ausgedehnte Trockenrasen waren, sind heute Wälder, wo ehemals ausgedehnte Wälder waren, ist heute landwirtschaftlich genutztes Land.

Ohne menschliche Nutzung würde es am Bisamberg unter den heutigen Klimabedingungen nur kleinräumige waldfreie Standorte geben. Es war der Mensch, der diese Gebiete über die Jahrtausende durch Rodung, Beweidung, Mahd sowie acker- und weinbauliche Nutzungen geprägt hat. Die extensive Landnutzung und stetiger Nährstoffaustrag durch die Beweidung haben dazu beigetragen, dass sich in manchen Bereichen artenreiche Rasen entwickeln konnten.

Die Trocken- und Halbtrockenrasen, aber auch die Wälder des Bisambergs wurden als Weideland genutzt, wobei die Tiere ursprünglich nicht in einer Koppel gehalten, sondern von Hirten gehütet wurden. Der tägliche Abtrieb ins Dorf begünstigte die Aushagerung der Standorte, da der Mist zum Teil im Stall landete und in der Folge für die Düngung der Äcker verwendet wurde. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts prägte diese Form der extensiven Nutzung die Trocken- und Halbtrockenrasen.

Heute sind diese Trocken- und Halbtrockenrasen des Bisambergs durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und die Aufgabe traditioneller extensiver Nutzungen stark gefährdet. Der Grünlandrückgang am Bisamberg während der letzten Jahrhunderte lässt sich am Beispiel der Gemeinden Langenzersdorf und Bisamberg eindrucksvoll darstellen.

Äußerst detaillierte Informationen über die Landnutzung enthält der im Maßstab 1:2.880 erstellte Franziszeische Kataster aus dem Jahr 1820. Im westlichen Teil des Bisambergs dominierte die Grünlandnutzung mit 67 % Flächenanteil. Die Rebflächen nahmen damals noch eine Fläche von etwa 21 % ein, ein Anteil, der in der Folge nie mehr erreicht wurde. Der Anteil von Wald und Ackerland war mit 5 bzw. 7 % untergeordnet.

Im 20. Jahrhundert vollzog sich ein tiefgreifender Wandel in der Landwirtschaft. In weniger als zwei Jahrhunderten nahm die Fläche der Trocken- und Halbtrockenrasen von 67 % auf nur 7 % ab. Stark zugenommen haben hingegen die Waldflächen in diesem Bereich.