Schloss Bisamberg
Historische Fotos der Schloss-Einrichtung vor der Plünderung 1945.
Das Schloss wurde von Johann Baptist Weber 1568 im Stile der Renaissance errichtet. Später ging es in den Besitz der Grafen Abensperg und Traun über. Vor dem zweiten Weltkrieg ließ der damalige Pachter, Fross-Büssing, den Wohnbereich von einem Berufsfotografen dokumentieren. Danach wurde das Schloss von der russischen Besatzung geplündert.
SCHÖNBRUNNERZIMMER
In diesem Zimmer befand sich der Knochen eines Elefantenbeines (links im Eck) – aus Schönbrunn, daher auch „Schönbrunner Pepi“ genannt, ein Erbstück aus dem „Götzhof“ in Langenzersdorf. Auch eine Reihe von Möbeln stammten aus dem Erbe der Ziehmutter von Anton Fross-Büssing, Elsa von Gatz.
BILLIARDZIMMER
Im Parterre des Schlosses befinden sich mehrere Wirtschaftsräume, aber auch, wie das Bild zeigt, ein Zimmer, in dem ein Billardtisch aufgestellt war.
Fross-Büssing spielte gerne Billard, hier im Parterre mit seinen Gästen. Im zweiten Stock stand aus dem Besitz des Grafen Traun ebenfalls ein Billardtisch, den Fross-Büssing für sich alleine beanspruchte.
MITTELZIMMER
Von diesem Zimmer aus gelangt man in den ersten Stock hinauf, auf die Terrasse und in die anderen Räumlichkeiten. Über der Tür hängt ein Bild, dass das Schloss zeigt, damals war dieses noch einstöckig und wurde „Pinsenberg“ genannt.
GROSSER SALON
Linksseitig über dem Eingang liegt ein Zimmer, das sich über die ganze Breitseite des Schlosses erstreckt, der „Große Salon“. Stuckdecke, Luster, Tapisserien (bewegliche, teppichartige Stickereien als Wandbehange), Kachelofen, Teppiche und Möbel werden dem Anspruch eines Schlosses gerecht und stammten aus dem Besitz des Grafen Traun.
HERRENZIMMER
Vom „Großen Salon“ gelangt man in einen Raum, der die Funktion des „Herrenzimmers“ hatte. Meist nach dem Essen traf man sich dort, um zu rauchen und zu diskutieren. Der Ofen ist ein Händewärmofen von Joseph I., kein Ofen im üblichen Sinn, er wurde mit glühender Kohle oder glühendem Holz gefüllt und erreichte so die Temperatur, um sich die Hände zu warmen.
DAMENSALON
Neben dem „Herrenzimmer“ lag der „Damensalon“, ebenfalls vom „Großen Salon“ zugänglich. Fross-Büssing hatte diesen Raum mit neuen Möbeln im Biedermeierstil der Firma Portois & Fix ausgestattet. Links im Foto ist eine Wendeltreppe zu sehen, die in den 2. Stock führt.
SPEISESALON
Dieser Raum war der „Speisesalon“. Er war im holländisch-barocken Stil eingerichtet. Die wertvollen Möbel hatte Frau Hedwig Fross-Büssing von ihrem Vater, dem deutschen Automobilfabrikanten Heinrich Büssing erhalten; sie stammten aus dem Schloss Quedlingburg im Harz und sollen der Mutter von Maria Theresia gehört haben.
WOHNBEREICH
Die beiden letzten Räume im Anschluss an den Essraum, waren der Wohn- und Schlafzimmerbereich der Familie Fross-Büssing. Ein Hauch von adeligem Flair und wohnlicher Atmosphäre im Schloss Bisamberg, eingefangen von einem Fotografen Anfang des Jahres 1945.
SCHLAFBEREICH
Etwas später im Jahr 1945 war von adeligem Flair und wohnlicher Atmosphäre im Schloss Bisamberg nichts mehr übrig. Geplünderte Räume, zerhackte Möbel, die als Brennmaterial verwendet wurden, zerschnittene Teppiche auf abfahrenden Jeeps. Was geblieben ist? Ein paar Möbelstücke und Erinnerungen.











